Tiroler Honig & Sirupe: Manufakturen aus dem Zillertal
Ein Glas Hollerblüten Sirup, eine kleine Wabe Zillertaler Bienenhonig, ein Fläschchen Grantnwassal — wer das einmal nebeneinander auf dem Tisch stehen hat, fragt sich unweigerlich: Wer macht das eigentlich?
Die Antwort lautet: kleine Manufakturen im Zillertal. Keine Fabrikhallen, keine Tanks. Kleine Chargen, kalt verarbeitete Beeren, kein Aromazusatz.

Was „Manufaktur" hier wirklich bedeutet
Manufaktur ist kein Label und kein Marketingwort. Es ist eine Arbeitsweise.
Im Fall der Zillertaler Honig- und Sirup-Produzenten heißt das: Beeren werden nicht erhitzt, um Farbe und Aroma zu erhalten. Holunderblüten landen kurz nach der Ernte in die Verarbeitung — nicht Wochen später aus dem Kühllager. Und wenn eine Charge kleiner ausfällt, weil die Ernte es so will, dann ist sie eben kleiner. Kein Ausgleich mit Aromazusatz.
Der Zillertaler Bienenhonig (250 g) kommt von Bienen, die auf denselben Berg- und Talwiesen bestäuben, von denen auch unsere Heumilchbetriebe profitieren — mehr dazu, wie Wiese und Tier zusammenhängen, findest du in unserem Artikel über Heumilch und was die Wiese mit dem Käse macht.
Die Sirupe: vom Holunder bis zur Preiselbeere
Der Hollerblüten Sirup ist der Klassiker. Hollerblüten — so sagt man im Zillertal — haben diesen kurzen Moment im Frühsommer, und wer ihn verpasst, wartet ein Jahr. Der Sirup riecht genau danach: blumig, frisch, mit einem Hauch Muskat. Im Verhältnis 1:6 mit Sprudel aufgegossen ergibt er ein Getränk, das man nicht mit einem Flaschensirup aus dem Supermarkt verwechseln kann.
Der Preiselbeer Sirup trägt seinen Zillertaler Kosenamen: Grantnwassal — wörtlich das Wasser der Granten (Preiselbeeren). Dunkelrot, leicht herb, mit einer Säure, die im Abgang noch weiter arbeitet. Ebenfalls 1:6 mit Sprudel: ein Sommergetränk, das man nicht sucht, bis man es kennt.
Daneben gibt es Heidelbeer- und Johannisbeer-Sirup aus derselben Manufaktur — beide kalt verarbeitet, beide ohne Farbstoff.
Honig mit Nüssen und Schwarze Holunderbeere
Der Honig mit Nüssen ist nicht Honig plus Nüsse. Es ist ein Verhältnis: cremiger Blütenhonig, darin eingearbeitete Nussstücke, sodass beides gemeinsam auf dem Löffel bleibt. Direkt aufs Brot — fertig.
Die Schwarze Holunderbeere als Sirup ist kräftiger als die Blüten-Variante: dunkel, leicht tanninhaltig, mit einer Intensität, die man dosiert. Auch sie: kein Aromazusatz, kalt verarbeitet.

Wie sie zu dir kommen
Glas bricht. Wer Sirupe verschickt, weiß das. Die Fläschchen aus dem Zillertal reisen in bruchsicherem Verpackungsmaterial — wie das genau funktioniert und warum wir auf Hanfvlies setzen, erklären wir im Artikel zum Feinkost-Versand und unserer Kühlkette.
Das Ziel: ankommen wie eingepackt, nicht wie transportiert.
Einordnung: Süßes im Kontext der Zillertaler Feinkost
Honig und Sirupe sind nicht das Herzstück der Zillertaler Feinkost-Tradition — das ist Käse und Speck. Aber sie sind der ehrliche Abschluss. Wer versteht, dass ein Graukäse aus dem Zillertal und ein Hollerblüten Sirup aus derselben Ecke kommen, versteht auch, warum beides funktioniert.
Einen vollständigen Überblick über die Produzenten, die Regionen und was Tiroler Feinkost vom Etikett unterscheidet, gibt es in unserem Feinkost-Guide aus dem Zillertal.
Und wer wissen will, welche Handwerker hinter dem Speck und der Wurst stecken, dem sei das Porträt der Metzgerei Kammerlander aus Kaltenbach empfohlen — Handwerk, das Zeit braucht, dort wie hier.
Griaß di aus dem Zillertal — und bleib am Kas (und am Honigglas).
