Graukäse-Rezepte aus dem Zillertal

Graukäse-Rezepte aus dem Zillertal - TIROLISH

Griaß di — wer einmal echten Graukäse auf der Gabel hatte, vergisst diesen Geruch nicht mehr. Strohig-würzig, fast ein bisschen frech. Und genau das macht ihn in der Küche so wertvoll: Er braucht keine Verkleidung, er bringt Charakter mit.

Drei Rezepte, die zeigen, was er kann.


Graukäse-Suppe — für den ersten Frost

Eine gute Handvoll Zwiebel und Knoblauch in Butter anschwitzen, mit kräftiger Rinder- oder Gemüsebrühe ablöschen. Dann kommt der Käse: 300 g, grob zerbrochen, zusammen mit 250 ml Sahne in den Topf. Auf mittlerer Hitze rühren, bis er sich auflöst — er will ein bisschen Zeit, schmilzt aber willig. Mit Muskatnuss, Salz und Pfeffer würzen, fein pürieren.

Das Ergebnis ist eine samtige, tiefwürzige Suppe, die nach Alm riecht. Ein gutes Stück Bauernbrot dazu, etwas Schnittlauch obendrauf — fertig ist die Jausn-Freid an einem Novemberabend.

Zutaten (4 Portionen): 300 g Graukäse · 1 Zwiebel · 2 Knoblauchzehen · 2 EL Butter · 500 ml Brühe · 250 ml Sahne · Salz, Pfeffer, Muskat · Schnittlauch


Kaspressknödel — flach, goldbraun, ehrlich

Kaspressknödel sind kein Knödel-Kompromiss. Sie sind flach gedrückt, in Butterschmalz ausgebacken und innen weich mit dem intensiven Biss des Graukäses.

Altbackenes Brot würfeln, mit warmer Milch einweichen. Währenddessen Zwiebel und Knoblauch in Butter glasig dünsten. Beides zusammenführen, zwei Eier einarbeiten, 150 g Graukäse fein geschnitten dazu, Petersilie und Schnittlauch, Salz, Pfeffer, Muskat. Masse 20 Minuten rasten lassen — sie braucht das.

Dann Knödel formen, leicht plattdrücken und in heißem Butterschmalz von beiden Seiten goldbraun braten. In einer klaren Rindsbrühe serviert sind sie klassisch. Mit Sauerkraut sind sie ehrlich g'schmackig.

Zutaten (6 Stück): 250 g Knödelbrot · 150 g Graukäse · 1 Zwiebel · 1 Knoblauchzehe · 200 ml Milch · 2 Eier · 2 EL Butter · Petersilie, Schnittlauch · Salz, Pfeffer, Muskat · Butterschmalz zum Braten


Zillertaler Krapfen — Teigtaschen mit Seele

Wer aus dem Zillertal kommt, kennt sie aus jeder Küche: kleine gefüllte Teigtaschen, die mit Kartoffel und Graukäse so fest ausgefüllt sind, dass man kaum glaubt, wie viel Geschmack in einen einzigen Krapfen passt.

Für den Teig Mehl, zwei Eier, einen Schuss Öl, etwas Salz und genug Wasser verkneten, bis er glatt ist. 30 Minuten ruhen lassen — er wird geschmeidiger und lässt sich dann dünn ausrollen.

Für die Füllung gestampfte Kartoffeln (500 g, noch warm) mit 250 g zerbröseltem Graukäse, gehackter Zwiebel und frischem Schnittlauch verrühren. Würzen, abschmecken. Teig ausrollen, Kreise ausstechen, Füllung mittig aufsetzen, Ränder gut andrücken.

In heißem Fett ausbacken, bis die Außenhaut blistert und goldbraun ist. Mit einem knackigen Salat oder etwas Sauerkraut servieren.

Zutaten Teig: 500 g Weizenmehl · 2 Eier · 1 EL Öl · Wasser · Salz

Zutaten Füllung: 500 g gekochte Kartoffeln · 250 g Graukäse · 1 Zwiebel · Schnittlauch · Salz, Pfeffer


Was diesen Käse in der Küche so unersetzlich macht

Graukäse wird aus Magermilch hergestellt — fast ohne Fett, dafür mit einem Aroma, das in der Reifung entsteht und sich nicht imitieren lässt. Die natürliche Rinde, die bröckelige, leicht feuchte Textur, der lange Abgang: Er gibt Suppen Tiefe, Knödeln Biss und Krapfen das gewisse Zillertaler Etwas.

Wer ihn noch nicht im Regal stehen hat — in unserem Käse-Sortiment findest du ihn frisch aus der Region.

Handwerk, das Zeit braucht. Bleib am Kas.