Griaß di — wenn's draußen kalt wird und drinnen die Küche dampft, dann ist Speckknödelzeit. Dieses Rezept kommt ohne Schnickschnack aus: harte Semmeln, ein guter Stück Speck, etwas geräucherte Wurst — und Zeit zum Rasten.
Die Zutaten (für 4 Personen)
- 4 harte Semmeln (am besten vom Vortag)
- 2 Eier
- ¼ l Milch
- 100 g Karreespeck, fein gewürfelt
- 100 g geräucherte Wurst, fein gewürfelt
- ½ Zwiebel
- 100 g Mehl
- Salz, Petersilie, Majoran, Muskat
- Butter zum Anrösten
Der Speck macht hier den Unterschied. Ein magerer, kräftig gereifter Karreespeck bringt das würzige Rückgrat — er darf ruhig Charakter haben.
Zubereitung — Schritt für Schritt
1. Semmeln vorbereiten. Die Semmeln in kleine Würfel schneiden und in eine große Schüssel geben. Eier und Milch miteinander verquirlen, über die Semmeln gießen und mindestens 30 Minuten rasten lassen — bis die Masse gleichmäßig durchweicht ist und sich leicht zusammendrücken lässt.
2. Speck & Wurst anrösten. Speck und Wurst in feine Würfel schneiden. Die Zwiebel ebenso kleinwürfelig schneiden. Alles zusammen in etwas Butter bei mittlerer Hitze anrösten, bis die Zwiebel glasig ist und der Speck leicht Farbe annimmt — der Duft in der Küche sagt dir, wann's soweit ist.
3. Masse zusammenführen. Die gebratene Mischung zu den Semmeln geben. Mehl und fein gehackte Petersilie dazu. Mit Salz, Majoran und einer Prise Muskat würzen. Alles gut durchkneten — die Masse soll sich zu Knödeln formen lassen, ohne zu kleben. Wenn sie noch zu feucht ist, noch etwas Mehl einarbeiten.
4. Formen & kochen. Mit nassen Händen eigroße Knödel formen. In leicht gesalzenem Wasser bei mittlerer Hitze ca. 10 Minuten ziehen lassen — nicht sprudelnd kochen, sonst zerfallen sie. Die fertigen Knödel kurz abtropfen lassen.
5. Servieren. Mit zerlassener Butter übergießen und sofort auf den Tisch. Wer mag, streut noch frische Petersilie drüber.
Als Suppeneinlage — der Tipp
Speckknödel machen sich ebenso gut in einer kräftigen Rindssuppe. Dafür reicht die halbe Menge der Zutaten — die Knödel werden etwas kleiner geformt und direkt in der heißen Suppe serviert. Ein einfaches Sonntagsgericht, das niemanden kalt lässt.
Was den Knödel trägt
Ein Speckknödel steht und fällt mit der Qualität des Specks und der Wurst. Zu fein geschnitten verlieren sie sich in der Masse — zu grob, und der Knödel hält nicht zusammen. Würfelgröße: etwa so groß wie eine Fingerkuppe, dann verteilt sich der Geschmack gleichmäßig. Die Butter zum Anrösten darf echte Butter sein, keine Margarine — das schmeckt man.
Handwerk, das Zeit braucht — auch wenn's nur 30 Minuten Rastzeit sind.
