Kalter Abend, dampfender Topf, der Geruch von schmelzendem Käse in der Küche — so fängt eine echte Graukäsesuppe an. Nicht mit Pulver aus der Tüte, sondern mit einem ordentlichen Stück Zillertaler Graukäse, der sich langsam in die Brühe auflöst und dabei seinen unverwechselbaren, leicht säuerlichen Charakter entfaltet.

Zutaten für 4 Personen
- 200 g Graukäse — je reifer, desto kräftiger
- 1 Zwiebel
- 40 g Butter
- 2 EL Mehl
- 1 l Rindsuppe oder Gemüsebrühe
- 1/8 l Sahne (optional, für eine mildere Variante)
- Salz, Pfeffer, Kümmel (gemahlen oder ganz)
- Schnittlauch oder Petersilie zum Garnieren
Zubereitung
1. Zwiebel anschwitzen. Die Zwiebel schälen, fein würfeln und in einem Topf mit der Butter bei mittlerer Hitze glasig anschwitzen — sie soll weich werden, nicht bräunen.
2. Die Einbrenn. Das Mehl einrühren und kurz mitrösten. So entsteht die klassische Tiroler Einbrenn — Basis für eine sämige Suppe ohne Klümpchen.
3. Aufgießen und köcheln. Mit heißer Brühe aufgießen, dabei kräftig rühren. Alles ca. 10 Minuten bei niedriger Hitze köcheln lassen.
4. Den Käse einschmelzen. Den Graukäse in kleine Stücke brechen und in die Suppe geben. Unter ständigem Rühren schmelzen lassen — das braucht ein bisschen Geduld, lohnt sich aber: Die Suppe wird cremig-dicht, mit diesem typischen, leicht säuerlichen Aroma, das kein anderer Käse so hinbekommt.
5. Abschmecken. Mit Salz, Pfeffer und Kümmel abschmecken. Wer es etwas runder mag, rührt am Schluss noch einen Schuss Sahne unter.
6. Servieren. Mit frisch geschnittenem Schnittlauch bestreuen und mit kräftigem Bauernbrot auf den Tisch bringen.

Was den Graukäse besonders macht
Der Graukäse ist einer der ältesten Käse Tirols — und der einzige, der traditionell praktisch ohne Fett hergestellt wird. Das Ausgangsmaterial ist Magermilch. Die Folge: ein intensives, leicht herbes Aroma, das beim Schmelzen in der Suppe seine volle Tiefe zeigt. Wer zum ersten Mal einen Löffel davon nimmt, versteht sofort, warum diese Suppe seit Generationen in Tiroler Bergbauernküchen gekocht wird.
Unser Zillertaler Graukäse vom BergSenn ist nach alter Tradition hergestellt — ohne Schnörkel, mit dem Charakter, der für diese Suppe unverzichtbar ist.
Tipp: Reife macht den Unterschied
Ein jüngerer Graukäse schmilzt leichter und gibt eine mildere Suppe. Ein gereifter Graukäse — der schon ein paar Wochen hinter sich hat und außen grau-bräunlich wird — bringt mehr Würze und eine kräftigere Säurenote. Wer die Suppe als Hauptgericht plant: lieber mehr Käse nehmen und den Kümmel nicht vergessen. Er rundet das Ganze ab, wie er es in der Tiroler Küche immer getan hat.
Bleib am Kas — und gönn dir den echten.
